Die Sonne ging bereits hinter den Dächern unter, und David blickte ungeduldig die verlassene enge Seitenstraße entlang. Seine Freundin war nicht zu Hause gewesen, als er von der Arbeit heimgekommen war. Aber sie hatte eine Nachricht hinterlassen. Der Anblick des Zettels auf dem Wohnzimmertisch hatte ihm fast das Herz stehen lassen, aber sie hatte ihm eine Adresse aufgeschrieben und gebeten, dort auf ihn zu warten. Fast eine Stunde hatte er schon in der glühenden Hitze zugebracht, neugierig, was sie wohl diesmal in Petto für ihn hatte. Eine große Frau mit streng zurückgekämmten schwarzen Haaren öffnete eine schmale Holztür und winkte den Verlassenen heran. Meinte sie ihn? Was neben ihrem ernstem Blick am meisten an ihr auffiel, war der lange Ledermantel, der sie trotz des brütenden Klimas komplett einhüllte. Mit einem Fragezeichen im Gesicht tat David die paar Schritte auf sie zu, ungeduldig packte sie ihn am Oberarm und zog ihn in das Gebäude.
“Komm mit!” Ihre dunkle Stimme klang bestimmend. Sie führte ihn durch das Treppenhaus hinunter in den Keller, öffnete eine schwere Stahltür, er folgte durch einen spärlich illuminierten Gang und sie stoppten vor einer massiven Holztür.
“Du bist ein Anfänger”, sie betonte diese Feststellung völlig sachlich, dennoch meinte David einen gewissen sarkastischen Unterton zu vernehmen:
“Wenn du Probleme hast, es gibt ein Telefon, drücke zur Durchwahl die eins, ich komme dann und helfe.”
Verständnislos blickte der 35-Jährige die merkwürdige Frau an. Sie ergriff den Knauf und stieß die Tür mit ungeahnter Kraft auf:
“Na dann wünsche ich viel Spaß!”
David tat einen Schritt in den dunklen Kellerraum. Hinter ihm fiel die Tür ins Schloss, es machte Klick. Sie hatte doch nicht etwa? Er drehte sich um und versuchte die Tür zu öffnen, vergebens. Die Frau hatte ihn eingesperrt. Fluchend schaute David sich um, seine Augen gewöhnten sich an die fast vollständige Finsternis. Er sah Schemen, seine Finger tasteten die Wand neben dem Ausgang ab und fanden schließlich den Lichtschalter. Eine Neonröhre flackerte auf und der Gefangene kniff die Augen zusammen. Die Wände waren schwarz gemalt und schluckten eine Menge des Lichts, direkt vor ihm stand ein antiker unverwüstlicher Holzbock, wie er ihn noch aus dem Sportunterricht in der Schule kannte. Überall hingen Ketten und Peitschen. Er wusste augenblicklich, was dies für ein Raum war.
David nahm eine der Peitschen und schwang sie. Wollte Serena, dass er sich mit den Utensilien vertraut machte? Würde sie dann kommen und er sollte sie hier foltern? Die hintere Ecke des Raumes wurde von einer etwa ein Drittel der Breite einnehmenden Trennwand abgeteilt. Interessiert, was dahinter verborgen lauerte, lugte er um die Ecke und blieb wie angewurzelt stehen. Der Anblick war ein Schock. An die Seitenwand hinter der Abtrennung war ein wuchtiges Kreuz geschraubt. Mit weit gespreizten Armen und Beinen stand Serena nackt daran gefesselt. Sie trug einen dicken Kopfhörer und eine Augenbinde, die ihre Wahrnehmung einschränkten, sowie einen Penisknebel im Mund. Auf ihren Nippelspitzen waren Schraubzwingen angezogen worden, zwischen ihren Beinen baumelten Eisengewichte an sechs Ketten, die mit scharfen Krokodilsklemmen an ihren Schamlippen hingen und diese obszön dehnten. Dem gehörnten Freund fiel es wie Schuppen von den Augen. Während ihrer Abwesenheit musste sie ihre Schamlippen auf diese Weise schon gedehnt haben! War ihr Interesse an SM während der 18 Monate erwacht und sie hatte sich hier von dieser komischen Domina foltern lassen? Hatte sie ihn gar deswegen verlassen? David spürte keine Wut, nur Trauer und Frustration. Wenn dies der Grund war, wieso hatte sie sich dann nicht getraut, früher mit ihm darüber zu sprechen? Es war doch zwischen ihnen ausgemacht, dass sie sich blind vertrauten. Klar, jeder hatte seine kleinen Geheimnisse aber doch nicht bei so einem einschneidenden Thema.
Auf einem Tisch neben seiner ...
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Kommentar zur Geschichte:
Sehr spannend und zunehmend mit Tiefgang. Für alle, die das Thema interessiert oder die selbst Erfahrungen in dem Bereich SM gemacht haben (oder machen wollen) sind durchaus ernstzunehmende Facetten zu entdecken, die man bedenken sollte, bevor man sich auf so was einlässt.
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