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Tanita Zest: “Stets zu Diensten”

Er zog ihr das Shirt über den Kopf. Kurz, nur ganz kurz strich er ihr über den Bauch, über die Brust, berührte ihren Nippel. Er löste das Seil, das die Hose hielt, mit geschickten Händen, ließ sie aufstehen und sich umdrehen. Dann zog er die zu weite Hose von den Hüften. Völlig nackt stand sie nun vor ihm, und die Wärme der Flammen aus dem Kamin erhitzte ihre Haut noch mehr. Sie war noch nie in einer Situation wie dieser gewesen und kam sich sehr verletzlich vor. Er saß lässig in dem großen Sessel und musterte sie von Kopf bis Fuß. Sie wusste nicht, ob er ihren Körper schön fand, und wurde etwas unsicher. “Deine Brüste sind echt?”

So beginnt das erotische Abenteuer zwischen der jungen Sue und dem deutschstämmigen Ted Morley - erzählt von Tanita Zest. Der Debütroman Stets zu Diensten der Autorin Tanita Zest ist jetzt im Ubooks-Verlag erschienen: 156 wohlgelungene Seiten für Liebhaber des gepflegten Erotikromans. Mit Einfühlungsvermögen und raffinierter Handlungsführung gestaltet Tanita Zest Szenen mit dominanten Männern und sich unterwerfenden - und dennoch durchaus selbstbewussten -  Frauen. Ein aufregendes Leseerlebnis. Und so geht die oben angerissene Situation zwischen Sue und Morley weiter:

“Ja”, antwortete Sue.

“Alle Achtung, da hat der liebe Gott gute Arbeit geleistet.”

“Danke”, entgegnete Sue lächelnd. Ihre Brüste waren normal groß, aber fest und wunderschön gerundet.

“Nimm eine devote Haltung ein”, befahl er ihr.

“Wie bitte?”, fragte sie überrascht.

Er wiederholte sachlich: “Nimm eine devote Haltung ein.”

Tatsächlich ging sie vor ihm auf die Knie, legte die Hände auf ihre

Oberschenkel und sah ihn erwartungsvoll an. Missbilligend musterte er sie, sagte aber nichts. Sue fühlte, wie ein Unbehagen ihren Nacken hochkroch, und das nicht alleine wegen der unbequemen Haltung.

Irgendwas passte ihm nicht, dachte sie. Aber sie wusste nicht was. Und warum sagte er nichts und starrte sie an wie ein Gangsterboss, der gleich seinen treulosen Komplizen um die Ecke bringen wollte?

Mehrere Minuten vergingen, die Haltung schmerzte immer mehr und ihr Unbehagen wuchs mit jeder Sekunde. Sie hatte gute Lust, einfach aufzustehen und ihm zu sagen, dass ihr das jetzt zu blöd wurde.

Eine innere Stimme, die ihr deutlich sagte, dass sie das später sehr bedauern könnte, hielt sie jedoch zurück.

Er :baute etwas auf, wurde ihr klar. Er baute eine Beziehung zwischen Herr und Sklavin auf.

Erregung fuhr ihr durch den Körper, die Spannung löste sich aus ihren Schultern und ihre Gesichtszüge wurden weicher. Ihr wurde bewusst, dass sie kerzengerade wie im Yoga auf ihren Knien saß und dadurch natürlich überhaupt nicht unterwürfig wirkte. Ihr Stolz leistete mehr Widerstand, als sie selbst es vermutet hätte, aber ihn zu überwinden war ein überaus aufregender Schritt. Ihr Körper ergab sich in die Sklavenrolle und sie senkte den Kopf.

Morley lächelte und meinte sanft: “Siehst du, es war gar nicht so schwer. Und jetzt lege dich bitte ausgestreckt auf den Rücken.” Sue schmolz auf den Teppich und mit einem Seufzer der Erleichterung streckte sie Beine und Arme lang aus.

Da stand er auf, griff ihre Handgelenke und drückte sie zu Boden. Davon überrascht wurde sie dennoch von einer Welle der Erregung erfasst. Sie stöhnte und bäumte sich auf.

“Sch sch sch, ganz ruhig”, sagte er mit weicher Stimme. “Du bist meinen Befehlen gefolgt. Nun wirst du dich meiner Gewalt ergeben. Mach dir bewusst, dass ich auch effektive Mittel einsetzen werde, um meine Macht über dich zu untermauern.” Bei diesen Worten überflutete die Erregung Sues ganzen Körper.

Unvermittelt erhob er sich und bat sie aufzustehen. Dann packte er sie am Arm und zog sie mit sich zu dem ominösen Raum. “Das die Kammer.”

Sue bemerkte, dass sie nur noch sein willenloses Werkzeug war. Das war ein neues beängstigendes, aber auch berauschendes Gefühl und ihre Gedanken entglitten ihr wie geschmeidige Fische.

Sie musste sich mit dem Gesicht zu dem Andreaskreuz stellen. Er legte enge Lederriemen um ihre Handgelenke, zog ihre Arme nacheinander hoch und fesselte sie so an das Kreuz. Er strich an den Innenseiten ihrer Schenkel entlang, woraufhin sie unwillkürlich die Beine schloss.

“Falsche Richtung”, meinte er lakonisch, zog ihre Beine zu den Balken des Kreuzes und legte ihr auch hier die Fesseln an. Als er fertig war, stand sie wie ein X da und konnte sich nicht mehr rühren.

Die Saiten in ihrem Inneren klangen immer lauter. Dieser Mann schien genau zu wissen, wie er sie zum Schwingen brachte.

Er ging hinter Sue im Raum auf und ab. Fast eine Minute verging. Dann fragte er unvermittelt: “Wie oft hast du dich schon von einem

Mann fesseln lassen?”

“Vielleicht zwei, drei Mal, aber es war eher halbherzig.”

Er setzte seine Wanderschaft fort, und Sue fühlte sich von ihm beobachtet. Er ließ sich Zeit. “Und wie oft hast du dich schon von einem Mann beim Sex schlagen lassen?” Sues Herz pochte lauter. “Das wollten sie nicht ...”

“Ah, das wollten sie nicht”, spottete er. Sie biss sich auf die Lippe. Wie musste sich das anhören?

Er lehnte sich neben ihr an die Wand und fixierte sie mit seinem Blick. Er schien dabei alle Zeit der Welt zu haben. Sue senkte den Kopf.

“Hast du schon zu viel von dir verraten?”, erkundigte er sich. Sue wusste nicht, was sie antworten sollte.

Da verschwand er erneut aus ihrem Blickfeld, machte irgendwas und trat dann hinter sie. “Ich werde für dich antworten.” Wieder griff er mit der Linken um sie herum. Er drückte ihr den Kiefer auseinander, stopfte ihr einen Knebel in den Mund und verschloss ihn in ihrem Nacken. Unvermittelt wurde Sue bewusst, dass er über ihre Körperöffnungen frei verfügen, sie öffnen und stopfen konnte, wann und wie er wollte.

Mit der Hand strich er an ihrem Rücken entlang, bis über ihren Po. “An was denkst du, wenn du abends im Bett liegst?” Er kam ganz nah an ihr Ohr, und sie spürte seinen Atem. “An schlimme Sachen, an verbotene Sachen. Böses Mädchen! Und keiner ist da, der dich bestraft.“Er ließ seine Worte wirken und nahm eine mehrschwänzige Peitsche von der Wand. Wieder trat er ganz nah an Sue heran. “Niemandem kannst du davon erzählen. Keiner ist da, der dir dafür den Hintern versohlt.” Dabei ließ er die Lederriemen langsam über ihren Hintern streichen. “Siehst du, der liebe Gott hat es gut gemeint mit dir. Er hat dich den Zug verpassen lassen und dich in diese Kneipe geführt, damit du endlich deine gerechte Strafe bekommst.”

Dicht an ihrem Ohr flüsterte er: “Das ist für deine schmutzigen Gedanken.” Die Peitsche zischte auf ihren Po. Ein kurzer Schauer von Schmerz flog über ihre Haut.

“Das ist für deine versaute Fantasie.” Der zweite Schlag. “Und das ist für deine perversen Gelüste.” Der dritte Schlag. Dann löste er den Knebel. “Sprich mir nach: Ich möchte für all meine bösen Gedanken bestraft werden, Sir.” Sue zögerte. Der vierte Schlag, der auf ihr Schweigen folgte, war heftiger. “Ich warte auf die Antwort!”, knurrte er mit einer bisher ungekannten Strenge. Alle Nerven in Sues Körper schienen zu vibrieren. Leise und stockend murmelte sie: “Ich möchte für all meine bösen Gedanken bestraft werden, Sir.” Der fünfte Schlag. “Wie bitte?”

“Ich möchte für all meine bösen Gedanken bestraft werden, Sir.” Der sechste Schlag. “Lauter!” Sue zitterte am ganzen Körper. Ihr Atem ging schnell und sie rang um Haltung. So laut sie konnte verkündete sie: “Ich möchte für all meine bösen Gedanken bestraft werden, Sir.” “So ist es brav”, lobte er sie. Seine Hand fuhr sanft über ihren brennenden Hintern, dann tiefer bis zu ihrer pochenden Muschi. Er versenkte einen Finger in ihrer heißen, klatschnassen Möse. “Wirklich

ein böses Mädchen”, meinte er mit einem unüberhörbaren Lächeln in der Stimme.

“Dann wollen wir mal sehen, wie gut du gehorchen kannst.” Er holte ein Hundehalsband, legte es ihr eng um den Hals und löste die Fesseln vom Kreuz. Die Ledermanschetten verblieben allerdings an ihren Gelenken. Er nahm eine Gerte von der Wand und befahl Sue, in den Vierfüßlerstand zu kommen. “Wir machen jetzt eine Wohnungsbesichtigung.”

Mit großer Selbstverständlichkeit führte er sie zuerst durch das Parterre, dann die Treppe hoch und durch die oberen Räume. Mit der Gerte dirigierte er sie ohne Gewalt und mit wenigen Befehlen. Sue dachte nicht nach über das, was sie tat. Das bisher Geschehene hatte sie geöffnet und empfänglich gemacht für alles, was folgen sollte. Sie ergab sich einfach komplett seiner Führung und genoss jede Sekunde. Es machte ihr Spaß, zu erkennen und zu erahnen, was er als Nächstes von ihr wollte, und sie empfand Stolz, wenn sie es begriffen hatte. Zurück in der Kammer stellte er sie wieder an das Kreuz.

Diesmal fesselte er sie mit dem Rücken zur Wand. Er löste das Hals band und strich ihr über Hals und Körper. “Du hast dich wacker geschlagen.”

“Danke, Sir.”

Dann fing er an, ihre empfindlichen und vor Erregung harten Brustwarzen zu bearbeiten. Sue schnappte nach Luft. Auf seinem Gesicht zeigte sich nun sowohl ein ungemein freches Lächeln als auch der stechende Raubvogelblick. Sie musste die Augen schließen, um nicht verrückt zu werden. Ihr war völlig klar, dass er in dieser letzten Phase des Spiels seine Macht über sie noch einmal verdeutlichen würde, was die Erregung in ihr auf die Spitze trieb.

Schließlich legte er die Gerte weg und holte einen summenden Vibrator. Er fuhr damit von ihrem Bauchnabel abwärts und drückte ihn auf ihre Klitoris. “Mein letzter Befehl an dich heute: Beschreibe mir genau, was du fühlst.” Sue bekam weiche Knie. Und wieder nahm er einen ihrer Nippel zwischen die Finger und drehte ihn. “Na, los!” Alle vernünftigen Gedanken waren aus ihrem Gehirn gelöscht. Sie suchte nach Worten: “Es ... es ist ...”

“Fühle ganz genau hin und erkläre es mir.”

“Sir, es ist ... als ob ein ganzer Schwarm Bienen über ... über meinen -aaah!” Sie konnte nicht mehr an sich halten. Ein heftiger Orgasmus schüttelte ihren Körper. Wie die Fliege im Netz der Spinne wand sie sich und schrie, weil sie nicht anders konnte. Es dauerte lange, bis sie sich wieder beruhigt hatte. Sie keuchte und war völlig fertig. Er löste ihre Fesseln, sie sank in seine Arme und fing an zu heulen. “Alles in Ordnung, Baby, das Spiel ist beendet”, sagte er mit sanfter Stimme. Sie schniefte: “Es war toll. So habe ich es mir immer vorgestellt.” Er schob sie vorsichtig zurück und sah sie an. Ihre Augen glänzten und ihre Nase war rot, aber sie strahlte. Er lächelte. “Das freut mich. Mir hat es auch sehr gut gefallen.”

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