erotische-geschichten.biz beauftragt mich, den Reporter Tobias Nolte, in der „Quelle“ hereinzuschauen. Meine Freundin ist nicht begeistert. Aber Dienst ist Dienst. Ich fahre allein, habe meiner Freundin versprochen, nicht fremdzugehen. Ein Versprechen das ich auf jeden Fall halte.
Die „Quelle“ liegt in Rö***. Paare zahlen je nach Wochentag zwischen 130 und 180 Euro. Die „Quelle“ ist nicht nur einer der größten Clubs, sondern hat auch die jüngste Chefin der gesamten Branche. Marianne (28) formulierte für ihren Club, den sie seit über zwei Jahren zusammen mit ihrem Mann Abel (35) führt, sogar eine gedruckte Grundphilosophie, die sie mir beim Empfang in die Hand drückt. Kurz gesagt, geht es darum, daß es hier eben nicht nur um Sex geht, sondern auch um Gespräche, soziale Kontakte.
Die Gäste sind hier jünger als in anderen Clubs, meist zwischen 25 und 35. Ich streife durch das Haus. 1.200 Quadratmeter – hinter jeder Tür ein erotisches Geheimnis. Auf dem großen Pool eine schwimmende Spielwiese. Ein langhaariges Mädchen beugt sich in den Schoß ihres Partner, rhythmisch hebt sich der Kopf. Seine Füße plätschern im Wasser.
Später in der Bar erzählt mir Lothar (34), Banker aus Frankfurt, daß er mit seiner Freundin nur alle acht Wochen herkommt. „Man darf es nicht übertreiben, sonst wird’s Alltag. Hier toben wir uns richtig aus, holen uns Anregungen. Aber niemals würden wir Partnertausch machen, das gäbe nur Probleme.“
Stöhnen aus der Fummelröhre
Nicht alle Gäste sind dieser Ansicht. Lustgestöhne dringt aus dem Dark-Room, den die Stammgäste bloß Fummelröhre nennen. In dem langen, dunklen Gang, kann man nur ertasten, wer sich gerade neben, unter oder über einem befindet.
Hat keiner Angst vor Geschlechtskrankheiten? In einigen Clubs bekommen Besucher mit negativem Aids-Test ein weißes Band für den Spindschlüssel, den sie um den Hals tragen, die anderen ein schwarzes. Abel von der „Quelle“ sagt: „Die Verantwortung tragen immer beide Partner. Kondome liegen überall bereit.“ Die Gäste sind verantwortungsvoll. Ich entdecke niemanden, der Sex ohne Kondom macht.
Neue Kundschaft fangen die Clubs mit verrückten Ideen. Zum Beispiel den Relief-Feten. Da kann sich jeder Gast sein Geschlechtsteil als Skulptur formen lassen. Bekommt den Penis als Briefbeschwerer oder die Vagina als gerahmten Wandschmuck mit nach Hause.
Einige Clubs locken mit einer anderen Besonderheit: Dem Pärchenzimmer mit verschlossener Tür, in das sich Paare allein zurückziehen können. Solche Räume sind mit Liebesschaukel, Riesenspiegel und großem Rundbett ausgestattet. Viele Paare, die lange zusammen sind, wollen nämlich nicht mitswingen, sondern sich nur Anregungen holen, um das eigene Sexleben wieder flott zu machen. Vielleicht ist das die ungefährlichste Variante eines Besuchs im Swingerclub. Denn ein Abend dort scheint nicht nur gesundheitliche, sondern auch psychische Gefahren heraufbeschwören zu können.
Eifersucht ist die große Gefahr
Mancher ehemaliger Swinger berichtet von Problemen, die sie nach einer scharfen Nacht mit wechselnden Partnern mit dem eigenen hatten: Eifersucht und Verlustängste.
Ich werde wohl keinen Club mehr besuchen. Als ich nämlich meine Freundin nochmal überreden wollte, indem ich sagte: „Da gibt es in dem Swingerclub auch Einzelzimmer für uns.“ Da meinte sie trocken: „Das Einzelzimmer haben wir auch hier“ - und zog mich ins Schlafzimmer.
Tobias Nolte schrieb obige erotische Geschichte. - Der begeisterte Regatta-Segler ist 47 Jahre alt und schreibt seit seinem 14. Lebensjahr. Zwölf Jahre war er Reporter bei verschiedenen Lokalzeitungen in Deutschland und Dänemark. Nolte lebt heute abwechselnd in Kopenhagen und Amsterdam. Er liebt Bücher. Aber er glaubt, dass die Leser von morgen nicht mehr Papier umblättern, sondern über die Bildschirme ihrer E-Book Reader wischen werden.
Nun war es gleich soweit, mein erster Kontakt.
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